Trotz einer überdurchschnittlichen Karriere empfindet Dieter Rotermund, der Held des Romans, in sich nur mittelmäßige Gefühle, entwickelt, dank seiner Frau, einen überdurchschnittlichen Spartrieb. Selbst als er, Genazino greift ein Gogolsches Motiv auf, ein Ohr verliert, verändert das nur kurzfristig seine Gefühlslage. Der Frankfurter Autor und Büchner-Preisträger schrieb sich mit Mittelmäßiges Heimweh, erschienen bei Hanser, endgültig in den Olymp des deutschen Literaturhimmels.
Selten waren die Kritiken so einhellig begeistert. So schrieb die Frankfurter Rundschau: „Die Deutung dieses Geschehens bleibt, wie bei Kafka, wie bei Borges, den Lesern überlassen. Klar ist aber: Wilhelm Genazino hat sich, nach einigen Jahrzehnten stetiger Ernte, doch noch vom Acker gemacht. Er hat sich ein neues Feld erschlossen." (Martin Lüdke)
| Text | 20:30 Uhr | Eintritt: 6 Euro (Ermäßigt: 3 Euro)
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